Dienstag, 31. Dezember 2019

Adieu 2019, Willkommen 2020

Heute nach verabschiedet sich 2019 und 2020 beginnt.
2019, was für ein Jahr. es war anstrengend und gleichzeitig so wichtig für mich. Für alles, was 2019 an wichtigen Punkten geschehen ist, wurde bereits 2018 der Grundstein gelegt.

Angefangen hat das Jahr mit einem sehr anstrengenden Umzug. Ohne die weiblichen Mitglieder meiner Familie, ganz besonders meiner Mum, wäre das unmöglich gewesen. Ich bin aus einer WG mit meinem Vater in eine wunderschöne kleine Wohnung in der Stadt gezogen. Sie liegt zentral und in Parknähe. Die Lage ist ein Traum. Ich bin jeden Tag aufs neue dankbar, dass ich diese Wohnung bekommen habe.

Zum Glück habe ich mich für diese Wohnung nur anhand des Grundrisses beworben. Sonst wäre ich vom Weg alleine schon abgeschreckt worden. Ich bin wirklich ein Glückskind. Ich habe mich Ende 2018 für diese Wohnung beworben und den Zuschlag erhalten. Was für eine Erlösung. In meiner WG habe ich mich nicht mehr wohl gefühlt. aber das ist zu privat, um darüber an dieser Stelle zu schreiben.

Zwar muss ich mich finanziell nun mehr einschränken aber dafür werde ich belohnt mit der zentralen aber sehr grünen Lage. Das erste wundervolle Erlebnis waren ein paar Stockenten, die laut schnatternd an meinem Balkon vorbei geflogen sind.
Zu der Wohnung gehört eine Gartenparzelle in die ich erst einmal Frühjahrsblüher gesetzt habe. Es werden Stauden, ein kleinwüchsiger Pflaumenbaum und Obststräucher folgen. Melonen und etwas Gemüse sind auch geplant. Aber das werde ich in 2020 in Angriff nehmen.

Auch 2018 habe ich mich im Adipositas Zentrum vorgestellt. Ich bin stark übergewichtig und Binge Eater. Allerdings habe ich den Schalter hierzu bereits 2016 umgelegt und die Ursache stationär bearbeitet. Die Therapie hat mir zwar geholfen, wieder glücklicher zu werden aber meine Gewichtsabnahme ging nur schleppend.
Im März 2019 war mein Gewicht zwar um 20 Kilo von meinem Höchstgewicht gesunken aber 20 Kilo in zweieinhalb Jahren ist doch nicht wirklich gut. Zudem hat das Gewicht und die Belastung vom Umzug meine Gesundheit schwer beeinflusst.

Ich habe mich in ein Programm von meinem Adipositas Zentrum (AZ) gekämpft. Hierzu musste einige Untersuchungen und Arztbesuche hinter mich bringen, was mit meinem Gewicht echt nicht leicht war.

Dazu kam der neue Arbeitsweg. Die für mich nächst gelegene Haltestelle ist alles andere als Behindertengerecht  mit ihren 60 Stufen, ohne Bank und nicht für die neuen Niederflurwagen der Straßenbahn geeignet. Mit meinem Gewicht bin ich behindert. Ich bin also früher los gegangen und habe den knappen Kilometer Fußweg zur nächsten Haltestelle zu Fuß gemeistert. Ich brauchte ca 50 Minuten und zwei Pausen. Es war so anstrengend.
Irgendwann habe ich mich getraut, die Stufen hochzusteigen. Auch das war anstrengend aber ging immer besser.

Der heiße Sommer war hart für mich. Zumal ich auf eine stationäre Aufnahme im AZ gewartet habe. Die war für den August geplant. Meine physischen Kräfte haben mich verlassen. Ich war viel krank und wartete sehnsüchtig auf die ärztliche Unterstützung. Dann kam der Schock, der Termin wurde verschoben.
Das hat mich psychisch umgehauen. Ohne die Mentale Unterstützung meiner Mum und die Therapie in 2016 wäre ich komplett zusammengebrochen und in alte Muster zurückgefallen. Aber ich habe es mit viel Kraft überstanden und der Termin war dann am 11.09.2019. Nine-Eleven für mich persönlich ein sehr glückliches Datum. Der Termin fand statt und ich hatte wieder psychische Kraft. Das hat auch meine Gesundheit gestärkt.

Meinen Diabetes hatte ich schon seit 2014 im Griff. Damals habe ich angefangen mir den Zucker abzugewöhnen und mein Langzeitzuckerwert hat sich verbessert. Aber meine Esssucht hatte ich damals noch nicht im Griff. Das kam erst mit der Therapie in 2016. Aber was nach dem Klinikaufenthalt im September passierte war einfach toll. Der Langzeitzucker wurde noch besser und ist der eines Gesunden. Mein zu hoher Blutdruck normalisiert sich und ich habe seit dem Umzug inzwischen grandiose 38 Kilo verloren.

Heute morgen habe ich wieder den Park gewählt, da in der Ferienzeit von den Verkehrsbetrieben zusätzlich die hohen Niederflurwagen eingesetzt werden, die nur für hochgebaute Haltestellen geeignet sind. Das ist meine nicht. Zurück zum Park, ich brauchte nur noch 23 Minuten und keine Pause. Schade, dass es dunkel war, sonst hätte ich den „Morgenspaziergang“ genießen können. Ok, man kann nicht alles haben. Schließlich musste ich ja zur Arbeit.
Ich freue mich nun auf ein leichteres 2020. Ich möchte weiter auf meinem Weg bleiben, mit Hilfe von meiner Mutter und vor allem meinem AZ. Die Zusammenarbeit mit den Ärzten und die mentale Unterstützung, die ich von meiner Mutter und meinen Freunden erhalte, machen es sehr viel leichter. Der Gewichtsverlust natürlich auch 😉.
Ich freue mich im Frühjahr und Sommer auf den Weg durch den Park, extra Spaziergänge und dem ganz besonderen Kranftort, dem Zoo. Ich habe lange Zeit nur das halbleere Glas gesehen aber 2019 hat mir gezeigt, dass das Glas halbvoll ist. Mein Optimismus ist zurück und die depressiven Phasen nicht mehr ganz so stark ausgeprägt.

Auch wenn ich es jetzt erst richtig erkenne, war 2019 zwar das anstrengendste aber auch ein sehr gutes Jahr. Ich wünsche mir für 2020, dass es so weiter geht und ich weiterhin die Kraft und die Disziplin für meinen Weg aus der Adipositas in ein gesundes Leben finde.

Ich freue mich auf schöne Treffen mit meinen Handarbeitsmädels, schöne Erlebnisse mit meiner Mutter, meinen Garten und mehr Beweglichkeit.

Für 2020 wünsche ich meinen Lesern, dass sie Gesund bleiben oder werden, sich selbst achten und ihren Weg (wie auch immer er aussieht) meistern. Nehmt euch Zeit für euch und eure Hobbies, sucht euch Kraftorte, wo ihr Kraft für den Alltag findet.
Ich wünsche euch im neuen Jahr Glück, Zufriedenheit und Zeit für euch und eure Lieben.

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